Rund zehn Jahre nach der letzten Revision der ISO 14001 wurde nun am 15. April eine neue Version veröffentlicht. Die Veröffentlichung der deutschen Fassung (DIN EN ISO 14001) wird für Mitte/Ende Mai 2026 erwartet.
Während die grundsätzliche Struktur der Norm gleichgeblieben ist, beinhaltet die ISO 14001:2026 überwiegend Konkretisierungen und kleinere Ergänzungen zu bestehenden Anforderungen, mit denen sich zertifizierte Unternehmen nun auseinandersetzen müssen.
Wichtige Änderungen der ISO 14001:2026
1. Berücksichtigung von Klimawandel und Umweltbedingungen bei der Kontextanalyse
Neben dem Thema Klimawandel, das 2024 über eine Norm-Ergänzung bereits aufgenommen wurde, müssen nun auch weitere Umweltbedingungen wie Biodiversität, Ressourcenverfügbarkeit und Verschmutzungsniveaus intensiver Berücksichtigung in der Kontextanalyse finden.
2. Höhere Bedeutung der Bewertung nicht bestimmungsgemäßer Zustände und potentieller Notfallsituationen
Die Anforderungen an die Bewertung bestimmungsgemäßer und nicht bestimmungsgemäßer Zustände wurden konkretisiert und ins Kapitel Umweltaspektebewertung verschoben, ebenso die Bewertung potentieller Notfallsituationen.
3. Stärkeres Augenmerk auf Lebenszyklus und Lieferketten
Der bereits in die Vorgängerversion aufgenommene Lebenszyklusgedanke wird geschärft und eine Betrachtung der Umweltaspekte entlang der Wertschöpfungskette gefordert.
4. Änderungsmanagement als eigenes Kapitel
Die bereits vorhandenen Anforderungen zum Änderungsmanagement werden in einem eigenen neuen Kapitel zusammengefasst. Dieses enthält Anforderungen an die Planung und Steuerung von Änderungen, die Auswirkungen auf das UMS oder die Umweltleistung haben können.
5. Erweiterte Leitlinien (Anhang A)
Der Anhang A, der Organisationen bei der Interpretation und praktischen Umsetzung der Anforderungen unterstützen soll, wurde deutlich ausgebaut und an verschiedenen Stellen präzisiert.
Übergangsfristen: Was sind die nächsten Schritte?
Üblicherweise wird für die Umstellung bestehender Zertifizierungen auf die neue Version einer Norm eine dreijährige Übergangsphase gewährt. Demnach behalten Zertifikate nach ISO 14001:2015 je nach Ausstellungsdatum zunächst ihre Gültigkeit. Je nach Datum der Veröffentlichung der DIN EN ISO 14001:2026 müssten sie jedoch bis spätestens Mai 2029 auf die DIN EN ISO 14001:2026 umgestellt werden. Eine offizielle Bestätigung dieser Übergangsfrist steht allerdings noch aus.
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Ihr Ansprechpartner bei Arqum: Christian Heinrichs
Stand: 29.4.2026
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