In den vergangenen Monaten hat Arqum die Wilhelma Stuttgart – den einzigen zoologisch-botanischen Garten in Deutschland und einer der artenreichsten Zoos der Welt – dabei unterstützt, eine Treibhausgasbilanz auf Organisationsebene (CCF) zu berechnen. Ziel war es, als Ausgangspunkt für das betriebliche Klimamanagement der Wilhelma eine fundierte Aufstellung der relevantesten Emissionsquellen nach den Vorgaben des internationalen Standards des Greenhouse Gas Protocols (GHG Protocol) zu erarbeiten. Dementsprechend wurden alle direkten Emissionen der Wilhelma (Scope 1 und 2, u.a. Strom und Wärme) vollumfänglich bilanziert.
Unter Anwendung des GHG Protocols führte Arqum zu Beginn der Zusammenarbeit mit der Wilhelma eine Wesentlichkeitsanalyse für die vor- und nachgelagerten indirekten Emissionsquellen (Scope 3) durch. Die Analyse ergab, dass u.a. die eingekauften Güter (z.B. Futtermittel, Substrate und Pflanzen), damit einhergehende Transporte, die Arbeitswege der Mitarbeitenden und auch die An- und Abreise der Besuchenden zu den relevanten indirekten Emissionsquellen zählen. Diese und weitere vier Scope 3-Emissionsquellen wurden gemeinsam mit den Emissionen aus Scope 1 und 2 in die umfangreiche Bilanzgrenze aufgenommen.
Im weiteren Verlauf hat Arqum die Verantwortlichen der Wilhelma – soweit möglich – bei der intensiven Datenerhebung unterstützt und aufkommende Fragen diskutiert und geklärt. Erhoben wurden neben Strom-, Wärme- und Fuhrparkverbräuchen u.a. auch die jährliche Futtermengen unterschiedlichster Arten . Zudem wurden die Pflanzenmengen für die Wechselbepflanzung der Beete berücksichtigt, individuelle Transportwege der überwiegend regionalen Lieferanten rückverfolgt und die Kilometer beziffert. Die umfassendste Aufgabe auf Seite Arqum war anschließend die Recherche geeigneter Emissionsfaktoren für verschiedenste Blumenarten, Flamingofutter, Hafer & Co.
Durch regelmäßige Abstimmungen, kurze Kommunikationswege und großes Engagement auf Seite der Wilhelma-Verantwortlichen steht im Ergebnis eine solide THG-Bilanz, die zeigt, dass die Besuchenden mit der Wahl des Verkehrsmittels für die An- und Abreise des Zoobesuchs sehr entscheidend zu den Emissionen der Wilhelma beitragen.
Neben der An- und Abreise der Besuchenden wurden die Bereiche Wärme und Beschaffung als zentrale Handlungsfelder für die nun angestrebte Dekarbonisierung identifiziert. Weitere Emissionsquellen, auf die die Wilhelma und die Mitarbeitenden direkt Einfluss nehmen können, sollen ebenfalls durch gezielte Maßnahmen perspektivisch verbessert werden. Hierfür geht die Wilhelma nun einen Schritt weiter: Aktuell unterstützt Arqum die Wilhelma bei der Erarbeitung eines Dekarbonisierungspfades mit aktiven und passiven Dekarbonisierungshebeln.
Ihre Ansprechpartnerin bei Arqum: Linda Böhringer