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SBTi Net-Zero Standard 2.0: Mehr Fokus auf Umsetzung und Transformation

SBTi Net-Zero Standard 2.0: Mehr Fokus auf Umsetzung und Transformation

Mit der neuen Version des Net-Zero Standards hat die Science Based Targets initiative (SBTi) ihr Rahmenwerk für unternehmerische Klimaziele umfassend weiterentwickelt. Während bisher vor allem die Festlegung wissenschaftsbasierter Emissionsziele im Vordergrund stand, richtet sich der Blick nun stärker auf die konkrete Umsetzung und die Verankerung der Klimastrategie im Unternehmen.

Was hat sich beim SBTi geändert?

  • Einführung von zwei Unternehmenskategorien: Künftig unterscheidet die SBTi zwischen größeren Unternehmen (Kategorie A) und kleineren Unternehmen beziehungsweise Unternehmen aus bestimmten Schwellen- und Entwicklungsländern (Kategorie B). Dadurch sollen die Anforderungen stärker an die jeweiligen unternehmerischen Rahmenbedingungen angepasst werden.
  • Target Setting: Es muss getrennte Zielsetzungen für Scope 1- und Scope 2-Emissionen geben. Für Scope 3 setzt die SBTi stärker auf Wesentlichkeit. Unternehmen sollen ihre Anstrengungen auf die Emissionsquellen konzentrieren, die tatsächlich einen relevanten Anteil ihres CO₂-Fußabdrucks ausmachen.
  • Umsetzung der Klimaziele: Unternehmen der Kategorie A müssen künftig innerhalb von 15 Monaten nach Zielvalidierung einen Transitionsplan vorlegen. Dieser beschreibt konkret, mit welchen Maßnahmen, Investitionen und Governance-Strukturen die Klimaziele erreicht werden sollen. Darüber hinaus werden regelmäßiges Fortschrittsmonitoring und eine kontinuierliche Überprüfung der Zielerreichung stärker in den Mittelpunkt gerückt.
  • Verbleibende, unvermeidbare Emissionen: Das Konzept der „Ongoing Emissions Responsibility“ stärkt die Verantwortung für verbleibende Emissionen. Zertifikate und Klimaschutzprojekte bleiben zwar von der Anrechnung auf Reduktionsziele ausgeschlossen, erhalten jedoch erstmals einen definierten Platz innerhalb des Gesamtkonzepts.

Zeitplan für die Einführung des SBTi Net-Zero Standards

Der neue Standard wurde am 11. Juni 2026 veröffentlicht und gilt ab dem 1. Februar 2027. Bis Ende 2027 können Unternehmen weiterhin Ziele nach dem bisherigen Standard einreichen. Bereits validierte Ziele behalten grundsätzlich ihre Gültigkeit bis zum Ablauf des jeweiligen Zielzeitraums, sodass ausreichend Zeit für die Umstellung auf die neuen Anforderungen bleibt.

Entwurf der ISO 14060 veröffentlicht

Mit der parallelen Veröffentlichung des Entwurfs der ISO 14060 „Net zero aligned organizations“ macht auch die ISO einen weiteren Schritt zur Standardisierung des Klimamanagements. Die Norm soll einen übergeordneten Rahmen für das Management von Treibhausgasen und klimabezogenen Maßnahmen schaffen und Organisationen dabei unterstützen, glaubwürdige und verifizierbare Fortschritte auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen nachzuweisen. Es beginnt nun eine Konsultationsphase – die Veröffentlichung der finalen Norm wird 2027 erwartet.

Die Standards der SBTi konzentrieren sich auf die Frage, welche Klimaziele sich Unternehmen setzen sollen, um ihren Betrag zu den globalen Klimazielen zu leisten. Dagegen beantwortet die ISO 14060 die Frage, ob der Transformationsplan zur Erreichung dieser Ziele glaubwürdig und überprüfbar ist. Die beiden Rahmenwerke ergänzen sich also im Transformationsprozess von Unternehmen hin zur Klimaneutralität.

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  • Erstellung einer belastbaren und SBTi-konformen Treibhausgasbilanz als Grundlage für die Entwicklung wissenschaftsbasierter Klimaziele
  • Auswahl geeigneter Ziele und Zielpfade auf Basis der aktuellen SBTi-Anforderungen und der individuellen Rahmenbedingungen Ihres Unternehmens
  • Entwicklung konkreter Dekarbonisierungsmaßnahmen und einer ganzheitlichen Klimastrategie, die sich nahtlos in Ihre Geschäftsprozesse und Unternehmenssteuerung integrieren lässt

FAQs zu ISO 14060 und SBTi 2.0

Was ist der Unterschied zwischen SBTi 2.0 und ISO 14060?

Die SBTi (Science Based Targets initiative) prüft, ob Klimaziele wissenschaftlich fundiert sind und vergibt bei Erfüllung ein entsprechendes Gütesiegel. Die ISO 14060 liefert dagegen als Standard den Rahmen für Organisationen mit einer Netto-Null Ambition. Kurz gesagt: Über SBTi kann der mathematische Reduktionspfad definiert werden, während die ISO 14060 den normativen Rahmen für die organisatorische Umsetzung im Unternehmen bietet. Beide Ansätze setzen auf hohe Transparenz und lassen sich nahtlos miteinander kombinieren.

Lassen sich ISO 14060 und SBTi 2.0 miteinander kombinieren?

Ja. Die Anforderungen ergänzen sich weitgehend: Während SBTi 2.0 den wissenschaftlich fundierten Reduktionspfad vorgibt, bietet die ISO 14060 den organisatorischen Rahmen für die Umsetzung einer Netto-Null-Strategie. Unternehmen können daher beide Ansätze parallel nutzen und so sowohl die wissenschaftliche Fundierung ihrer Klimaziele als auch deren systematische Verankerung im Unternehmen sicherstellen.

Was ändert sich durch die neue Version SBTi 2.0?

Die aktuelle Version SBTi 1.3.1 erlaubt kombinierte Scope-1- und Scope-2-Ziele. Im SBTi 2.0 müssen diese Ziele jeweils separat gesetzt werden. Zudem werden Maßnahmen zur direkten Emissionsreduktion gefordert, die in einem Transitionsplan dargelegt werden müssen. Eine weitere Änderung ist die Trennung in Unternehmen der Kategorie A (Unternehmen > 50 Mio. € Jahresumsatz in einkommensstarken Ländern und > 450 Mio. € in einkommensschwachen Ländern) und B. An Unternehmen der Kategorie A werden höhere Anforderungen gestellt.

Wie regeln ISO 14060 und SBTi 2.0 den Einsatz von CO2-Zertifikaten?

Die aktuelle Version SBTi 1.3.1 erlaubt kombinierte Scope-1- und Scope-2-Ziele. Im SBTi 2.0 müssen diese Ziele jeweils separat gesetzt werden. Zudem werden Maßnahmen zur direkten Emissionsreduktion gefordert, die in einem Transitionsplan dargelegt werden müssen. Eine weitere Änderung ist die Trennung in Unternehmen der Kategorie A (Unternehmen > 50 Mio. € Jahresumsatz in einkommensstarken Ländern und > 450 Mio. € in einkommensschwachen Ländern) und B. An Unternehmen der Kategorie A werden höhere Anforderungen gestellt.

Ab wann gelten die Anforderungen nach SBTi 2.0 und ISO 14060?

Die Anforderungen an die Definition wissenschaftsbasierter Ziele nach SBTi 2.0 sind ab 01. Februar 2027 optional (parallel kann V 1.3.1 angewendet werden) und ab 01. Februar 2028 verpflichtend anzuwenden. Die ISO 14060 liegt aktuell als Entwurf vor (ISO/DIS 14060). Die öffentliche Konsultationsphase endet im September 2026, mit einer finalen Veröffentlichung der Norm kann aller Voraussicht nach zum Jahreswechsel 2026/2027 gerechnet werden.

Ihre Ansprechpartnerin bei Arqum: Lisa Rummel

Stand: 22.07.2026

Die Inhalte auf dieser Seite geben den jeweiligen Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Wir weisen darauf hin, dass sich die Rechtslage in der Zukunft ändern kann.

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